Funktionsanalyse der Kiefer Quelle: pexels

Funktionsanalyse: so funktioniert die CMD Funktionsanalyse

28. Juli 2022

Die Untersuchung der Kiefergelenke und des Kausystems ist vor einer kieferorthopädischen Behandlung oder einer umfangreichen zahnärztlichen Therapie wichtig, um Funktionsstörungen zu erkennen und zu beheben. Neben der manuellen Untersuchung kann ergänzend auch eine instrumentelle Funktionsanalyse erfolgen. 

Darum braucht es eine Funktionsanalyse beim Zahnarzt oder Kieferorthopäden

Harmonieren Zähne, Kaumuskulatur und Kiefergelenke nicht richtig miteinander, könnte eine Funktionsstörung des Gebisses die Ursache sein. Oft reicht hier schon ein kleiner Defekt, wie z. B. ein falscher Zahnkontakt beim Zusammenbeißen, und der Kauapparat kommt aus dem Gleichgewicht. Und das kann – neben Bruxismus, Schmerzen und Beschwerden in den Kiefergelenken und der Kaumuskulatur – weitreichende Folgen haben. So sind Fehlregulierungen und gestörte Funktionsketten im Zahn-, Mund- und Kiefersystem unter anderem für Verspannungen im Kopf- und Nackenbereich, Kopfschmerzen, Bewegungseinschränkungen der Wirbelsäule oder Haltungsschäden verantwortlich.  

Mit der Funktionsanalyse der Störungsursache auf der Spur

Ziel der Funktionsanalyse ist die Überprüfung der einzelnen Komponenten des Kauapparats und des Zusammenwirkens von Kiefergelenken und den beteiligten Muskelgruppen. Zudem werden die Zahnkontaktverhältnisse in statischer und dynamischer Okklusion (ohne und mit Bewegung des Unterkiefers) geprüft. Außerdem wird die exakte Lagebeziehung zwischen Schädel und Kiefer dargestellt, die Bewegungsabläufe der Kiefergelenke aufgezeigt sowie die Stellung von oberen und unteren Zähnen zueinander analysiert. 

Funktionsanalyse: Manuelle

Der Patient wird vom behandelten Arzt händisch durch Abtasten des Kauorgans und einen manuellen Belastbarkeitstest untersucht.  Kieferorthopäden Informationen ergeben, auf deren Grundlage er die Therapie der vorliegenden Funktionsstörung festlegen kann. 

Die insgesamt gewonnenen Daten sind entscheidend. Sie zeigen auf, wie genau der Biss des Patienten funktioniert und liefern somit die Grundlage für die Planung der Therapie. Beim Vorliegen von Funktionsstörungen kann eine CMD-Vorbehandlung vor der eigentlich geplanten kieferorthopädischen oder zahnärztlichen Therapie notwendig werden. Dabei kommen meist CMD-Entlastungsschienen und begleitende physiotherapeutische oder osteopathischen Maßnahmen zum Einsatz. 

 

Quellen:

  • Diedrich P, Bauer W: Funktionsdiagnostik in der Kieferorthopädie. In: Diedrich P. (Hrsg.): Kieferorthopädie I. Orofaziale Entwicklung und Diagnostik. Elsevier Verlag. München 2000. S. 171-192.
  • Instrumentelle zahnärztliche Funktionsanalyse. S2k-Leitlinie. DGZMK. Stand: Dezember 2015.
  • Klinische Funktionsanalyse. Gemeinsame Stellungnahme der DGZMK und der Deutschen Gesellschaft für Funktionsdiagnostik und -therapie (FDT) in der DGZMK. V 2 Stand 01/2003.
  • S3-Leitlinie "Diagnostik und Behandlung von Bruxismus"
  • Das Gesundheitsportal medondo.health
  • Graff-Radford SB, Abbott JJ. Temporomandibular Disorders and Headache. Oral Maxillofac Surg Clin North Am. 2016 Aug;28(3):335-49.
  • Gonçalves DA, Camparis CM, Franco AL, Fernandes G, Speciali JG, Bigal ME. How to investigate and treat: migraine in patients with temporomandibular disorders. Curr Pain Headache Rep. 2012 Aug;16(4):359-64.